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EIN ALTERNATIVER
KONGRESS

Internationale Spitzenpolitiker*innen, Konzernchefs und Naturschutz-Organisationen kommen im September 2021 auf dem Weltnaturschutzkongress der IUCN in Marseille, Frankreich zusammen. Sie werden sich auf den Plan, 30% der Erdoberfläche in „Naturschutzgebiete“ umzuwandeln, und das Konzept der naturbasierten Lösungen einigen. Von beiden Konzepten behaupten sie, dass sie dringend notwendig seien, um den Verlust der Biodiversität und den Klimawandel aufzuhalten. Doch ohne eine kritische Auseinandersetzung mit diesen Ansätzen, werden sie die Klimakrise nur verschärfen. Die Geschichte legt nahe, dass diese Pläne zu schweren Menschenrechtsverletzungen und dem größten Landraub der Geschichte führen würden - zu Lasten derjenigen, die am wenigsten für die ökologischen Krisen verantwortlich sind: Indigene und stammesgesellschaftlich lebende Völker und andere lokale Gemeinschaften des Globalen Südens, die derzeit 80% der globalen Biodiversität bewahren. Gleichzeitig würde der 30%-Plan die Verantwortung von den ökonomisch mächtigen Nationen und Unternehmen des Globalen Nordens abwälzen.

Der effektivste und gerechteste Weg, um Biodiversitätsverlust und Klimawandel etwas entgegenzusetzen, ist es, die Landrechte indigener Völker zu schützen und sie in den Mittelpunkt von Natur- und Klimaschutz zu stellen. Diese Tatsache wird von zahlreichen politischen Richtlinien und internationalen Erklärungen längst anerkannt, doch in der Praxis werden indigene Völker nach wie vor im Namen des Naturschutzes enteignet und misshandelt.

Der alternative und unabhängige Kongress „Our Land, Out Nature“ wird unmittelbar vor dem offiziellen Weltnaturschutzkongress der IUCN stattfinden (sowohl mit persönlich anwesenden als auch mit zugeschalteten Teilnehmer*innen), um sich dessen falschen Lösungsansätzen entgegenzustellen. Dabei wird der alternative Kongress jenen Menschen eine Plattform bieten, die die Leidtragenden dieser vermeintlichen Lösungen sind. Menschen denen im Rahmen eines militarisierten „Naturschutzes“ ihr Land gestohlen, ihre Familien zerstört und ihre Lebensgrundlagen vernichtet worden sind. Der Kongress „Our land, our nature“ wird eine alternatives Modell des Naturschutzes vorstellen, eines, das überall dort, wo indigene Völker die Kontrolle über ihr Land haben bereits seit langer Zeit ihre Wirksamkeit zeigt. Diese Alternative beruht auf menschlicher Vielfalt, schützt und fördert Biodiversität. Sie ist antirassistisch, antikolonialistisch und verwurzelt in sozialer Gerechtigkeit und Klimagerechtigkeit. Für echte und praktikable Lösungen der Biodiversitäts- und Klimakrise müssen wir endlich auf indigene Völker hören und den Naturschutz dekolonialisieren.

Direkt im Anschluss an den Kongress „Our land, our nature“ folgt am 3. September eine Pressekonferenz und eine öffentliche Demonstration.


Ziele:

   -  Eine Plattform bieten für die oftmals zum Schweigen gebrachten und „unsichtbaren“ indigenen Völker und Gesellschaften, deren Leben durch den „Festungsnaturschutz“ und die Verbrechen der Naturschutz-Industrie zerstört worden ist, sowie für Gruppen und Bewegungen, deren Verständnis von Naturschutz sich von jenem der westlichen Regierungen, Konzerne und „Naturschutzorganisationen“ unterscheidet.
   
   - Druck ausüben auf die Entscheidungsträger*innen des Weltnaturschutzkongresses der IUCN, ihr „Schutzgebiete“-Narrativ in Frage stellen und gegen den Beschluss des 30%-Plans eintreten

   - Verdeutlichen, dass andere Naturschutzkonzepte geeignete und gangbare Alternativen sind, die indigene Völker und lokale Gemeinschaften in den Mittelpunkt stellen und ihre Rechte und sozialer Gerechtigkeit achten, indem wir einen grundlegenden Perspektivwechsel vornehmen und wirksame Lösungsansätze für den Schutz der biologischen und kulturellen Diversität vorstellen.


Erwartete Ergebnisse:


    - Gründung einer Organisation zur Unterstützung und Koordinierung der Menschen, die von „Schutzgebieten“ bedrängt werden, sowie der Organisationen und Mitglieder der Zivilgesellschaft, die die gängige „Naturschutz“-Praxis verändern möchten: Für indigene Völker, für die Natur, für die gesamte Menschheit.


    - Die Gefahren und das Scheitern des „Festungsnaturschutzes“ darstellen und auf die Anerkennung indigener Landrechte als Alternative zum 30%-Vorschlag zu pochen.

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